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Pädagogisches Konzept

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Pädagogisches Konzept – Umgang mit Heterogenität

Grundlegendes:
Die zunehmende Heterogenität der Schülerinnen und Schüler stellt alle vor die Herausforde-rung, konstruktive Antworten auf diese Unterschiedlichkeit zu entwickeln.
Ziel des Pädagogischen Konzeptes der Realschule Baden-Baden ist es, den täglichen Unter-richt so zu gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler die Chance erhalten, ihre bestmög-lichen Leistungen zu zeigen. Der Schwerpunkt des Pädagogischen Konzeptes der Realschu-le Baden-Baden wird in der Durchführung entsprechender Unterrichtsarrangements und
-bausteinen gesehen.

Die Basis für jegliches Lernen liegt an der Realschule Baden-Baden im präventiven und so-zialen Lernen, das durch die Umsetzung eines Präventions- und Sozialcurriculums gewähr-leistet wird. Es besteht einheitlicher Konsens darüber, dass ein vorhandener sozialer Rah-men die Voraussetzung für weitere Lernformen eröffnet.
Auf dieser Grundlage lassen sich drei Säulen des Lernens (Individuelles Lernen, Kooperati-ves Lernen, Handlungsorientiertes Lernen) beschreiben, die durch intensives Methodentrai-ning, basierend auf unserem erarbeiteten Methodencurriculum, miteinander verknüpft sind.


Präventives und Soziales Lernen:
Die Realschule Baden-Baden hat bereits im Schuljahr 2014/15 ein Präventions- und Sozial-curriculum erstellt, das dazu beitragen soll, die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungs-bewussten jungen Menschen auszubilden, die für Beruf und Leben in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft gut vorbereitet sind.
Sowohl Bildung als auch Erziehung stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen.
Unsere Schule ist ein Ort, der dazu einlädt, miteinander zu leben und zu lernen. Dabei steht der Respekt vor der Würde des Einzelnen im menschlichen Umgang an erster Stelle. Dies erfordert soziale Kompetenzen wie Kooperationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen, aber auch Selbstwahrnehmung und Selbstverantwortung.

Unser Präventions- und Sozialcurriculum bietet einen Leitfaden, um die sozialen Kompeten-zen der Schülerinnen und Schüler über die gesamte Schulzeit an der Realschule Baden-Baden zu fördern und auszuweiten. Gleichzeitig wird durch diese Art des Lernens die Grund-lage für ein erfolgreiches Unterrichten geschaffen.

Die Inhalte und Themen wurden für die Klassenstufen mit dem Ziel gewählt, ein funktionie-rendes Sozialgefüge und eine angenehme Arbeits- und Lernatmosphäre in der Klasse mit direkten Auswirkungen auf unsere Schulgemeinschaft dauerhaft zu schaffen. Die Konzeption erstreckt sich von der Förderung der Klassengemeinschaft über die Stärkung der eigenen Persönlichkeit bis hin zur Ausbildung der Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schü-ler.

Das Präventions- und Sozialcurriculum wird unter Zuhilfenahme der Impulse von Lion’s Qu-est hauptsächlich von der Klassenleitung in der PräSoLe-Stunde umgesetzt, die von Klasse 5 bis 7 fest im Stundenplan verankert ist.


Individuelles Lernen:
Etwa 25 % der wöchentlichen Schulzeit arbeiten die Schülerinnen und Schüler individualisiert in verschiedenen Programmen. Beim individualisierten Lernen arbeiten die Schülerinnen und Schüler alleine, in Partnerarbeit oder in Kleingruppen.

DiLe (Differenziertes Lernen):
In der Klassenstufen 5 bis 8 werden die Schülerinnen und Schüler in den Kernfächern Mathematik, Englisch und Deutsch jeweils in einer weiteren Stunde pro Woche von zwei Lehrkräften unterrichtet. Die eingesetzten Poolstunden ermöglichen es, in dieser Stunde die Klasse zu teilen und den Schülerinnen und Schülern Übungsaufgaben auf verschiedenen Niveaus (Grundlegendes und Mittleres Niveau) anzubieten. 

Die Schülerinnen und Schüler werden ihrem Leistungsstand entsprechend gezielt ge-fördert. 
Ebenfalls bietet dieses niveaudifferenzierte Unterrichten die Möglichkeit, die Schüle-rinnen und Schüler gezielt beim Erkunden und Reflektieren ihrer Lernprozesse zu be-raten und zu begleiten. 
Ausgangspunkt für die Bearbeitung niveaudifferenzierter Aufgaben bietet das pädago-gische Diagnoseinstrument „Lernstand 5“. 
Die Aufgaben werden von den Schülerinnen und Schülern in einem Portfolio gesam-melt und dienen gemeinsam mit entsprechenden Reflexionseinträgen als Grundlage für Lernstandsrückmeldegespräche, die jährlich mit den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern bzw. Erziehungsberechtigten geführt werden. 
 
Wochenplanarbeit:
Die Wochenplanarbeit beruht auf dem von Helen Parkhurst entwickelten Dalton-Plan. Diese Form des individualisierten Lernens gründet auf der simplen Erkenntnis, dass man das, was man selbst macht, am ehesten behält. Für das “Selbst-Machen” benö-tigt man Zeit, die in Grenzen frei einteilbar und frei nutzbar sein muss, da die eigene Begabung und Motivation einen großen Einfluss auf das individuelle Lerntempo ha-ben.
Unsere Schülerinnen und Schüler werden an das selbsttätige Lernen und die Zusam-menarbeit mit den Mitschülern herangeführt. Dazu haben sie in entsprechenden Wo-chenplanstunden pro Woche die notwendige Zeit.
Zu Beginn des Schuljahres entscheiden die Lehrkräfte einer Klasse, ob sie an der Wochenplanarbeit teilnehmen möchten und definieren eine oder mehrere ihrer Unter-richtsstunden als Wochenplanarbeitsstunden. Alle Schülerinnen und Schüler werden in den Wochenplanstunden von Lehrkräften beaufsichtigt, betreut und gefördert. In Lernplänen gibt dafür jeder teilnehmende Fachlehrer genau bekannt, welche Inhalte die Schülerinnen und Schüler auf welchem Niveau (Grundlegendes Niveau oder Mitt-leres Niveau) für jedes Fach selbsttätig und eigenverantwortlich zu erarbeiten haben.
Dadurch dass die Schülerinnen und Schüler in mehrfacher Hinsicht frei entscheiden können, steuern sie eigenverantwortlich ihr Lerntempo und ihren Lernweg. Fällt ein Unterrichtsfach leichter als ein anderes, kann Lernzeit zugunsten des anderen Faches „verschoben“ werden, in dem es Probleme gibt.
 
Lern- und Studierzeit:
Die Lern- und Studierzeit hat die Zielsetzung, die Schülerinnen und Schüler zuneh-mend zur selbstständigen Bearbeitung ihrer Hausaufgaben zu befähigen und zu moti-vieren. Weiterhin ist sie ebenfalls organisatorischer Rahmen, die Wochenplanaufga-ben zu bearbeiten. Durch das Betreuungsangebot der Schule hat die Schülerschaft die Möglichkeit, ihre Aufgaben zu einem festen Zeitpunkt regelmäßig und in Ruhe zu erledigen sowie strukturiertes Arbeiten zu trainieren. Die Schülerinnen und Schüler werden somit in ihrer Eigenverantwortlichkeit gefördert und sie haben durch das re-gelmäßige, selbstständige Arbeiten die Chance, ihre Leistungen zu verbessern.
Dieses Angebot besteht nur für Schülerinnen und Schüler die am ganztägigen Lernen teilnehmen. Diese werden durch Schülermentoren der 8. und 9. Klasse betreut. Zu-sätzlich ist aufgrund der zugeteilten Poolstunden pro Lerngruppe mindestens eine Lehrkraft anwesend, die die Mentoren bei ihrer Aufgabe beobachtet, ihre Tätigkeit be-schreiben und bewerten und sie durch gezielte Fördergespräche bei ihrer Weiterent-wicklung begleiten. 
 
Mentorenprogramme (IF Profil AC):
Alle Schülerinnen und Schüler, die an Profil AC teilgenommen haben, werden indivi-duell in ihren überfachlichen Kompetenzen gefördert. Wir an der Realschule Baden-Baden sind der Meinung, dass die Förderung im sozialen, personalen sowie berufsbe-zogenen Bereich besonders effektiv durch die Verantwortungsübernahme für einen Mitmenschen in Erscheinung tritt. Somit nimmt jede Schülerin und jeder Schüler der 8. und 9. Klassenstufe an einem Mentorenprogramm teil. Zielgruppe der Programme sind die 5.- und 6.-Klässler. Es gibt die Möglichkeit, sich als Schulsanitäter, Streit-schlichter, Musikmentor, Sportmentor oder Lern- und Studierzeitmentor zu engagie-ren. 
Die Schülerinnen und Schüler erhalten im jeweiligen Mentorenprogramm eine Ausbil-dung und werden von entsprechenden Lehrkräften bei der Durchführung ihrer Mento-rentätigkeit begleitet, beraten und durch Rückmeldegespräche gefördert. 
 
Fördersysteme:
Ein wesentlicher Baustein unseres Fördersystems an der Realschule Baden-Baden ist das BaBaLu-Angebot. BaBaLu steht für Baden-Badener Lernunterstützung und ist ein von der Stadtverwaltung organisiertes Fördersystem. Externe Lehrkräfte erteilen von Montag bis Freitag Förderunterricht in den Fächern Englisch, Mathematik und Deutsch. Dieses Angebot steht allen Schülerinnen und Schülern von Klasse 5 bis 10 offen. 
 
Eine spezielle Förderung erhalten unsere 10. Klassen in den schriftlichen Prüfungsfä-chern. Zum einen finden Zusatzstunden wöchentlich statt, zum anderen geblockt in unseren Projekttagen.
Aufgrund einer konstruktiven Kooperation mit der Robert-Schuman-Schule, dem Wirt-schaftsgymnasium, wird den Absolventen ein Übergangsmanagement angeboten. Nach der schriftlichen Abschlussprüfung besteht die Möglichkeit mit Gymnasiallehr-kräften, die Fächer Englisch, Mathematik und Deutsch so aufzubereiten, dass der Ein-tritt in Klasse 11 unproblematisch erscheint. 
 
Power-Programme:
An der Realschule in Baden-Baden möchten wir nicht nur Defizite verringern, sondern auch Stärken ausbauen. 
Deshalb finden ab Klasse 7 sogenannten Power-Programme in den Fächern Mathe-matik und Englisch statt. Diese Stunden dienen dazu, besonders begabten bzw. star-ken Schülerinnen und Schüler weitere Impulse zur Weiterentwicklung zu geben. 
 
 
Kooperatives Lernen im Lehrgangsunterricht:
Im kooperativen Lehrgangsunterricht strukturieren die Lehrkräfte den Lernprozess in der Klasse. Phasen der Information durch die Lehrerinnen und den Lehrer (oder Schülerinnen und Schüler) wechseln mit Verarbeitungsphasen durch die Schülerinnen und Schüler in un-terschiedlichen Methoden und Sozialformen. 
Im Lehrgangsunterricht wird das fachliche Lernen strukturiert, die Lehrerinnen und Lehrer vermitteln ihre Freude am Fach. Der durch kooperative Unterrichtsmethoden geförderte Aus-tausch zwischen den Schülerinnen und Schülern erhöht die Verarbeitungstiefe, die Flexibilität des erworbenen Wissens und die Behaltensleistungen. 
Zusätzlich werden die Kooperationsfähigkeit und das demokratische Grundverständnis ge-fördert. 
Das Kollegium der Realschule Baden-Baden ist im Konzept des Kooperativen Lernens nach Norm & Kathy Green (ein Unterrichtskonzept aus Kanada) ausgebildet. 
 

Handlungsorientiertes Lernen:
Handlungsorientiertes Lernen erhöht die individuelle Handlungskompetenz und bereitet somit das demokratische Handeln in der Gesellschaft vor.
Handlungsorientiertes Lernen fördert und fordert personale und soziale Kompetenzen, die einen Aktivbürger durch Team-, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie positive Grundhaltung der Gesellschaft gegenüber kennzeichnen.

Im Rahmen des Handlungsorientierten Lernens erhalten Schülerinnen und Schüler vielfältige Angebote zur Auswahl: Neben handwerklichen, sportlichen und künstlerischen Angeboten gibt es Projekte zu fachlichen Grundlagen der Hauptfächer als Vertiefung. Außerdem stellen wir Angebote zur Spezialisierung in einzelnen Bereichen auch unter Einbezug von Koopera-tionspartnern bereit (Unternehmenskooperationen, Theater, ZKM, Vereinskooperationen etc.).

In den verschiedenen im Laufe des Schuljahres stattfindenden TOPe-Tagen haben die Ler-nenden die Möglichkeit, die in unserem Schulcurriculum festgelegten TOPe praxisnah zu erproben. Darüber hinaus können alle Schülerinnen und Schüler im zweiten Halbjahr in ver-schiedenen künstlerischen Projektgruppen innerhalb der Kulturtage ihre Kenntnisse im Be-reich des projektorientierten Arbeitens weiter vertiefen.

Für etwa 15 % der Lernzeit können die Schülerinnen und Schüler handlungsorientierte Lern-programme erproben.
Die Schülerinnen und Schüler lernen hier verschiedene Felder kennen, haben die Möglich-keit praktisch zu arbeiten und ihre Stärken und Interessen zu entwickeln.

 

 

 

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