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Stolpersteinprojekt der Klasse 9a – Erinnerungsarbeit vor Ort
Am 14. April 2026 setzte sich die Klasse 9a der Realschule Baden-Baden unter der Leitung ihrer Geschichtslehrerin Frau Boos intensiv mit der lokalen Erinnerungskultur auseinander. Im Rahmen eines Stolpersteinprojekts begaben sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen auf die Suche nach den in der Umgebung der Schule verlegten Stolpersteinen.
Mithilfe einer Onlinekarte der Stadt Baden-Baden konnten die Gruppen gezielt die Standorte der Gedenksteine aufsuchen. Dabei wurde schnell deutlich, wie zahlreich diese Mahnmale auch in unmittelbarer Nähe der Schule zu finden sind – ein eindrucksvoller Hinweis darauf, wie präsent die Geschichte des Nationalsozialismus bis heute im Stadtbild ist.
Ausgestattet mit Putz- und Reinigungsmitteln machten sich die Schülerinnen und Schüler daran, die oft durch Witterungseinflüsse verschmutzten Stolpersteine sorgfältig zu reinigen. Mit großem Engagement und viel Sorgfalt wurden die Messingplatten poliert, sodass die eingravierten Namen und Lebensdaten der Opfer wieder gut lesbar sind.
Das Ergebnis der Aktion konnte sich sehen lassen: Der Unterschied zwischen dem Zustand vor und nach der Reinigung war deutlich sichtbar. Neben der praktischen Arbeit leisteten die Jugendlichen damit einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und setzten ein Zeichen gegen das Vergessen.
Das Projekt verband historisches Lernen mit aktivem Handeln und machte deutlich, wie wichtig es ist, die Vergangenheit auch im Alltag bewusst wahrzunehmen und zu würdigen. „Uns sind die Steine auf unserem täglichen Schulweg zwar schon aufgefallen, aber dass sie hier so zahlreich sind, war uns nicht bewusst“, berichten die Schülerinnen Bianca Ruf und Anastasia Gika eindrücklich. „Dass uns Passanten angesprochen und für die Arbeit gelobt haben, hat uns bestärkt die Steine gründlich zu putzen“, so Redur Ganjo.
Im nächsten Schritt werden sich die Schülerinnen und Schüler vertieft mit den Biografien der Opfer auseinandersetzen. Durch die Recherche zu den einzelnen Lebensgeschichten sollen die hinter den Namen stehenden Schicksale greifbarer werden und das historische Lernen eine noch persönlichere Dimension erhalten.
S. Boos