Bild1307
Bild1253
Bild1252
Bild1254
Bild1320
Bild1321
Bild1322

„Geschichte bekommt ein Gesicht“  

Sie ist 92 Jahre alt, lebt in den USA und schreibt mit ihrem Cousin, Hr. Dr. Abraham, einem pensionierten Physiker, regelmäßig E-Mails. Inhalt dieser ist nicht selten die bewegte und mitunter beklemmende Geschichte einer jüdischen Familie durch die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

In einem Vortrag an der Realschule Baden-Baden für zwei zehnte Klassen berichtet Hr. Dr. Abraham über das Schicksal seiner aus dem ostpreußischen Allenstein stammenden jüdischen Vorfahren. Dort erlebten sie den Ersten Weltkrieg, die goldenen Zwanziger und auch den Nationalsozialismus. Mit Hilfe von zeitgenössischen Fotografien und Zeitungsberichten erhalten die Schülerinnen und Schüler Gesichter, Namen und Vorstellungen zu historischen Ereignissen. Anhand der Familie können sich die angehenden Prüfungskandidaten in die verfolgten Juden hineinversetzen, verstehen, was es heißt, überall in der Welt verstreut zu sein, als Jude im NS-Reich gelebt zu haben und vor dem Terror zu fliehen. Eine von ihnen war Anita, die den Schrecken am eigenen Leib erfahren musste.

Die Realschüler folgten den Ausführungen des Pensionärs aufmerksam und interessiert. Im Anschluss konnten noch einige Fragen beantwortet werden. Der Tenor: die Vergangenheit darf nicht in Vergessenheit geraten, denn Geschichte wiederholt sich. Viele Zeitzeugen sind nicht mehr übrig. Um so wichtiger, dass Wissen nicht verloren geht.

Für alle Beteiligten ist es also um so wertvoller, dass Cousin und Cousine über Jahre und etliche Kilometer hinweg in Kontakt standen und stehen, um folgenden Generationen einen Einblick in die gemeinsame Familiengeschichte zu gewähren.

Ein herzlicher Dank geht daher an Cousine Anita und Cousin Hr. Dr. Abraham.

Baden-Baden, im Dezember 2018

« zurück zur Übersicht

Top